Was steckt hinter MiFID II?

Das ändert sich 2018 im Wertpapierhandel

Zum 3. Januar 2018 sind die neuen EU-Richtlinien für Wertpapiergeschäfte (MiFID II) in Kraft getreten. MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) ist das regulatorische Rahmenwerk für Wertpapiergeschäfte in Europa und momentan bei Finanzexperten in aller Munde. Sowohl für Banken als auch für unsere Wertpapierkunden ändert sich in diesem Zusammenhang einiges. Ziel dieser Richtlinie ist es, den Anlegerschutz durch mehr Transparenz im Wertpapiergeschäft zu erhöhen. Allein für die deutschen Kreditinstitute beträgt der Gesamtaufwand zur Umsetzung dieser EU-Vorgabe ca. 1,6 Mrd. EUR.

Welches Ziel verfolgt die neue Finanzmarktrichtlinie?

MiFID II hat einen verbesserten Anlegerschutz, einen verstärkten Wettbewerb und die Harmonisierung des europäischen Finanzmarktes als Hauptziele definiert. Hintergrund und Auslöser dieser Neuregelungen war die Finanzkrise im Jahr 2008 und die daraus resultierende politische Diskussion über eine entsprechende Erweiterung bestehender Gesetze.

Was bedeutet dies für den Kunden?

Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Transparenz erhalten alle Wertpapierkunden zukünftig mehr Unterlagen. Bereits im Dezember 2017 haben viele Kunden ein sogenanntes "Starterpaket" erhalten, darin enthalten sind Informationen rund um MiFID II, AGB-Änderungen und vieles mehr. Ab 2018 werden den Kunden, über das Jahr verteilt u.a. Produkt- und Kosteninformationen sowie quartalsweise verschickte Depotübersichten, zur Verfügung gestellt. Um unnötige Postlaufzeiten zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen unser ePostfach im OnlineBanking zu nutzen, d.h. Sie behalten auch ohne Papierablage jederzeit den Überblick und es hilft wertvolle Ressourcen zu sparen.

Was bedeutet dies konkret für Sie als Kunden?

Im persönlichen Beratungsgespräch

Im persönlichen Beratungsgespräch ersetzt die Geeignetheitserklärung das Beratungsprotokoll gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG).

Die Bank ist verpflichtet, eine "Geeignetheitsprüfung" durch den Kundenberater nach folgenden Kriterien durchzuführen

  • Erfragen der Kenntnisse und Erfahrungen des Kunden
  • Erfragen der finanziellen Verhältnisse des Kunden
  • Erfragen der Anlageziele und der Risikobereitschaft des Kunden

Die neue Richtlinie verlangt, dass Portfolios im Einklang mit den drei genannten Aspekten konzipiert werden. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die von der Raiffeisenbank Obermain Nord so auch bisher umgesetzt wurde.

Bei telefonischer Order ab 3. Januar 2018
  • Aufzeichnung aller telefonischen Gespräche, die sich auf die Annahme, Übermittlung und Ausführung von Wertpapieraufträgen beziehen oder eine solche theoretisch zur Folge haben könnte.
  • Seit 3. Januar 2018 steht Ihnen unser Telefonteam im KundenServiceCenter auch für die Entgegennahme telefonischer Orders zur Verfügung.
  • Sie werden bei jedem (oben genannten) Telefonat vor Beginn der Aufzeichnung auf die Sprachaufzeichnung hingewiesen.
  • Auf Wunsch kann Ihnen eine Kopie der Gesprächsaufzeichnung zur Verfügung gestellt werden.
  • Die Speicherung der aufgezeichneten Gespräche erfolgt über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Voraussetzung für die oben genannten telefonischen Gespräche ist die Nutzung unseres OnlineBankings inklusive des ePostfachs. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle notwendigen Informationen vor Ordererteilung zur Verfügung gestellt werden können.

Alternativ: Brokerage mit dem VR-ProfiBroker

Wertpapiere mit dem PC, Smartphone oder Tablet handeln

Mit dem VR-ProfiBroker erwartet unsere Kunden ein umfangreiches Informations- und Orderangebot im OnlineBanking. Orders können selbstständig, jederzeit und unverzüglich (ohne Rücksprache mit der Bank) erfasst werden.

Überzeugende Trading-Vorteile

  • Hoher Bedienkomfort und exzellentes Design
  • Umfassende Marktdaten
  • Attraktive Konditionen
  • Für verschiedene mobile Endgeräte nutzbar (Smartphone, Tablet, PC)
  • Profundes Research der DZ BANK
  • Verschiedene Analysetools
  • Realtime-Kurse
  • Große Auswahl an Börsenplätzen (XETRA, Tradegate, Frankfurt, Stuttgart)

Was ist mit Kostentransparenz gemeint?

Die Raiffeisenbank Obermain Nord informiert bereits ausführlich über die Kosten eines Wertpapierprodukts und über Zuwendungen, die Vertriebspartner erhalten. Diese bestehenden Vorgaben werden durch MiFID II noch einmal verschärft. Künftig besteht die Pflicht, sowohl dienstleistungsbezogene als auch produktbezogene Kosten offenzulegen.

Kostentransparenz

Hierbei lässt sich folgendes unterscheiden:
  • Kostentransparenz für den Kunden vor Ordererteilung (ex-ante Kostenausweis). Diese Kosteninformation umfasst alle Kosten bei Kauf bzw. Verkauf inkl. der laufenden Kosten und Zuwendungen an die Bank inkl. Berechnung bzw. Schätzung der zu erwartenden Rendite für den Kunden unter Berücksichtigung aller Kosten.
  • Nachträgliche jährliche Kostentransparenz für den Kunden über alle Kosten im Kalenderjahr (ex-post Kostenausweis).
  • Ein Verlustschwellenreporting erhalten Privatkunden, die Hebelprodukte wie Knock-out-Zertifikate oder Optionsscheine im Depot verwahren. Die Regelmäßigkeit dieses Reportings ist abhängig von der Wertentwicklung des betreffennden Finanzinstruments.

Selbstverständlich stehen unsere Berater gerne zur Verfügung um noch offene Fragen im persönlichen Gespräch zu klären. Hier lässt sich auch besprechen, wie Sie künftige Wertpapieraufträge an uns übermitteln möchten.